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Ergänzungsbände kleine Reihe

Band
Autor
Titel
Erscheinungsdatum
16
Ansgar Teichgräber

Geld und Kirche. Diese Kombination sorgte schon seit der Entstehung des Christentums für Konflikte. Auch die nordafrikanischen Kirchen des vierten und frühen fünften Jahrhunderts bildeten dabei keine Ausnahme. Doch die Finanzen spielten eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der kirchlichen Strukturen. Gerade in der Zeit nach der Tolerierung und Förderung des Christentums durch Konstantin I. stellte sich die Frage, wie die Kirchen mit ihren wachsenden Ressourcen umgehen sollten. Die verschiedenen Antworten darauf lassen sich in den zahlreichen Quellen aus Nordafrika finden, mit deren Hilfe ein facettenreiches Bild der dortigen Kirchen gezeichnet wird. Von entscheidender Bedeutung waren dabei die neuen Möglichkeiten, die sich aus dem wachsenden Besitz der Kirchen ergaben. Nun waren die Kirchen nicht mehr allein von den Spenden ihrer Mitglieder abhängig, sondern verfügten über eigene finanzielle Mittel. Gleichzeitig wuchsen jedoch auch die Ausgaben der Kirchen, da die kirchlichen Strukturen größer und komplexer wurden. Deswegen mussten neue, ausdifferenzierte Organisationsstrukturen geschaffen werden, die wiederum gegenüber den Gemeinden legitimiert werden mussten. Damit wurden grundlegende Entwicklungen eingeleitet, die auch über Nordafrika hinaus wirksam werden konnten.

Münster 2020
15
Notker Baumann

‚Seid Götter – aber in Gottes Hand!‘ Mahnend wendet sich der fünfzigjährige Gregor von Nazianz in einer Predigt an die Herrscher des Römischen Reiches. Bis zu seinem Tod (um 390) hat er bewusst und aufmerksam fünf (ost-)römische Kaiser miterlebt, während das zunächst erlaubt ausgeübte Christentum unterdessen zur Staatsreligion wird: Constantius II., Julian, Jovian, Valens und Theodosius I. Die vorliegende Studie zeichnet die Bilder der religiös völlig unterschiedlichen Regenten im Spiegel der Schriften dieses christlichen Autors nach. Sie verdeutlicht, welche Anforderungen Gregor an die Kaiser stellt, wie er sie und ihr Handeln bewertet. Urteile paganer und christlicher Zeitgenossen (wie etwa von Ammianus Marcellinus, Libanius oder Ephräm) profilieren seine Sichtweise. Dabei gewinnt Gregor selbst an Kontur: Seine Perspektivität und eigene Intentionen treten offen zutage. Durch seine Kaiserporträts und ihre biographische Verortung, der diese Untersuchung nachgeht, verrät Gregor viel über seine Persönlichkeit und seine theologische Entfaltung. Schließlich erfährt die Qualität seiner Kaiserdarstellungen eine Einschätzung aus der Sicht historischer Wissenschaft. Den offenen theologischen Entwicklungsprozess unter Constantius II. lässt die Analyse ebenso klar erkennen wie die Angemessenheit einer christlicherseits nüchternen Beurteilung des Theodosius. Doch besteht die Aporie historischer Darstellungen fort: Sie bleiben ad interim.

2018
14
Luise Ahmed

Die Art und Weise, auf die antike Christinnen und Christen über ihre paganen Mitmenschen sprachen, prägt unser Denken über ‚Heiden‘ bis heute. Insbesondere die Apologeten, die sich ja explizit mit diesen ‚Anderen‘ auseinander setzten, spielten beim Überlieferungsprozess eine entscheidende Rolle. Die vorliegende Dissertation will solchen ‚Bildern von den Anderen‘ auf die Spur kommen, die die lateinischen, christlichen Apologeten Tertullian, Minucius Felix, Cyprian, Arnobius, Laktanz, Firmicus Maternus und Augustinus zeichneten. Sie untersucht daher einerseits die Art und Weise dieser Bilder und andererseits ihre Funktionen. Dabei nimmt sie vor allem die rhetorischen Funktionen innerhalb der apologetischen Texte in den Blick und kommt zu dem Ergebnis, dass es bestimmte feste Merkmale gibt, die den ‚Heiden‘ wiederholt zugeschrieben werden: falsche Götterverehrung, Christenverfolgung und Unsittlichkeit. Allerdings werden diese Merkmale je nach Absicht von Text und Autor immer wieder umgedeutet oder anders akzentuiert, abhängig von historischem Kontext und persönlichem Interesse des Autors.

2017
13
Michaela Dirschlmayer

2015
11
Stefan Klug

Mit diesem Buch wird erstmals eine Geschichte der Beziehungen der Kirchen von Alexandria und Rom in der Spätantike auf der Basis sämtlicher verfügbarer Quellen vorgelegt. Entgegen der herkömmlichen Annahme einer traditionelen Geistesverwandtschaft wird trotz kontinuierlicher Kontakte und temporärer Zusammenarbeit ein durchweg wechselhaftes und spannungsreiches Verhältnis erkennbar, das von mitunter opportunistischen kirchenpolitischen Interessen und bestimmten theologischen Konstellationen geprägt war. Darüber hinaus gibt die Studie erhellende Einblicke in die Frühgeschichte der Patriarchate, in ihre kirchenpolitischen und dogmatischen Rivalitäten und nicht zuletzt in die Entwicklung des spätantiken Papsttums.

2014
10
Xavier Batllo

L'ouvrage étudie la doctrine trinitaire de l'Apologie de l'Apologie (AA) d'Eunome et le rôle de la distinction ktiston/aktiston dans la première réfutation de l'AA par Grégoire de Nysse (Eun. I). La première partie rappelle le contexte historique de la polémique, puis apporte de nombreuses précisions sur les citations de l'AA dans le Eun. I. La deuxième partie présente les éléments fondamentaux de la théologie d'Eunome d'après les deux premières citations de l'AA et tache d'en préciser les sources possibles. La troisième partie est consacrée à la réfutation menée par Grégoire, dont la distinction ktiston/aktiston apparaît comme un élément fondamental : la place de cette distinction dans le Eun. I, son interprétation, son rôle dans la remise en cause des positions trinitaires d'Eunome et, enfin, sa place dans l'oeuvre de Grégoire et de quelques auteurs contemporaines sont successivement étudiés. Une Annexe présente un tableau comparatif du relevé effectué par différents chercheurs des citations de l'AA dans le Eun. I.

2013
9
Theresa Nesselrath

Die Regierungszeit Kaiser Julians (Nov. 361 – Juni 363), die geprägt ist von seinem (letztlich gescheiterten) Versuch, das Römische Reich zu repaganisieren, stellt einen Störfaktor in der erfolgreichen Ausbreitung des Christentums seit der Konstantinischen Wende dar. Julians Repaganisierungsbemühungen werden deshalb von seinen christlichen Zeitgenossen als „Nachäffung“ des Christentums kritisiert und abgewertet; sie stellen ihn polemisch als Plagiator dar, der für seine Reformen auf das rekurriert, was er bei den Christen als bewunderns- und nachahmenswert erkannt hat. Auch die in der modernen Julian-Forschung häufig verwendete Bezeichnung „heidnische Kirche“ für die von Julian konzipierte reichsweite pagan-religiöse Organisation deutet darauf hin, dass diese Annahme zumindest implizit im Hintergrund steht. Eine andere Forschungsrichtung wiederum bestreitet jegliche Abhängigkeit Julians vom Christentum. Gegenstand dieser Arbeit ist es, Kaiser Julians Maßnahmen zur Repaganisierung, und hier speziell die Reorganisation der paganen Kulte, zu analysieren und dahingehend zu befragen, ob sie sich christlicher Inspiration verdanken oder ob der Kaiser für sein Konzept (auch) auf andere Vorbilder zurückgegriffen hat. Um eine differenzierte Antwort auf diese Frage zu ermöglichen, werden alle potentiellen Vorbilder einer detaillierten Untersuchung unterzogen; diese umfassen neben dem Christentum und der traditionellen griechisch-römischen Religion verschiedene Mysterienkulte, in die Julian eingeweiht war, den Neuplatonismus jamblichscher Prägung sowie die Kultreform, die Kaiser Maximinus Daia am Anfang des 4. Jahrhunderts implementierte. Die Arbeit gliedert sich in zwei Teile: Der erste legt mit einer Vorstellung Julians sowie der Hintergründe und Grundlagen seiner Religiosität das Fundament, auf das der zweite Teil, die Untersuchung des Konzeptes Julians, aufbaut. Dieser Teil analysiert detailliert und in je eigenen Kapiteln die einzelnen Aspekte des julianischen Entwurfs mit ihren jeweiligen christlichen und paganen Parallelen: die verschiedenen Ebenen der Organisationsstruktur sowie die Finanzierungsmöglichkeiten, das Priesterideal Julians, die eigentliche Kultpraxis und schließlich die Philanthropie.

2013
8
Christian Hornung

Für die Kirchengeschichte bedeutet die Zeit des 4. und 5. Jahrhunderts eine eminente Zäsur, in der die Kirche eine immer stärkere institutionelle Ausprägung erfährt und der römische Bischof im Westen, aber auch im Osten des Reichs zunehmend einen primatialen Anspruch erhebt. Schriftlich dokumentiert findet sich dieser in den sog. Dekretalen, zumeist Antwortschreiben auf Anfragen der Amtsbrüder, deren Befolgung als autoritative Anweisungen die römischen Bischöfe erwarten. Die Dekretalen treten als zweite Säule des frühen Kirchenrechts neben die altkirchlichen Synoden. Die älteste überlieferte Dekretale ist die nach ihren Anfangsworten benannte Directa ad decessorem aus dem Jahr 385 (JK 255), die Siricius von Rom als Antwortschreiben an den spanischen Bischof Himerius von Tarragona sandte und darin u. a. Bestimmungen bezüglich des Umgangs mit Apostaten, der Enthaltsamkeit des höheren Klerus und der kirchlichen Ämterlaufbahn traf. Die Untersuchung widmet sich diesem zentralen Text und analysiert ihn unter kirchenhistorischer und philologischer Perspektive. Im Anhang folgt eine Erörterung der so oft umstrittenen Autorschaft der Dekretale Ad Gallos episcopos.

2011
7
Emanuele Castelli

Uno scritto cristiano composto a Roma agli inizi del III secolo, dal titolo Pros Hellenas kai pros Platona e kai peri tou pantos (De universo), ci è giunto in frammenti di diversa lunghezza sotto il nome dello storico ebreo Flavio Giuseppe. Quali furono le cause, che portarono a mettere in circolazione l’opera sotto falso nome, è una questione che da lungo tempo attira l’interesse di filologi e storici. A tale affascinante problema è dedicato il presente lavoro. Nel volume si esaminano tutti i frammenti e le notizie disponibili e si ricostruisce la struttura letteraria dell’opera; si analizza l’attività e la produzione letteraria del suo vero Autore, uno scismatico della chiesa romana degli inizi del III secolo; si studia l’ambiente culturale in cui lo scritto fu composto e diffuso: la Roma degli ultimi rappresentanti della dinastia dei Severi.

2011
6
Markos Giannoulis

Vorsehung, Geschick und die schicksalhafte Vorbestimmung des Lebens, im Guten wie im Schlechten, sind zentrale Themen der antiken Kultur. Den Moiren kommt hierbei besondere Bedeutung zu: Klotho, Lachesis und Atropos bestimmen das Leben der Menschen, der Heroen sowie der Götter. Der vorliegende Band bietet eine ikonographische und ikonologische Gesamtschau der erhaltenen Darstellungen der Schicksalsgöttinnen von der griechsichen Antike bis in die spätbyzantinische Zeit. Darüber hinaus wird die Aussagestruktur all dieser Bildwerke in ihrem historischen Kontext untersucht. Die besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem Wandel des Moiren-Motivs während der Spätantike sowie dessen Fortleben in der christlichen Kunst. Das Motiv ist sogar auf überragenden Hauptwerken der frühchristlichen Kunst wie der Wiener Genesis oder den Triumphbogenmosaiken von Santa Maria Maggiore in Rom anzutreffen. Anhand der dataillierten Analyse der Adaption und Transformation des Moiren-Motivs in die christlichen Bilddenkmäler gewinnt der Autor neue Erkenntnisse über die Entstehung und die komplexeren Aussagen zweier wichtiger Themen der byzantinischen Kunst: des Verkündigungsbildes und des Geburtsbildes der Heiligen.

2010
5
Andreas Weckwerth

Gegenstand der Untersuchung ist die Rekonstruktion von institutionellen Rahmenbedingungen und theologischer Konzeption der antiken westlichen Synoden des 4. bis 7. Jahrhunderts. Als wichtigste Quelle dienen die überlieferten antiken Synodalakten von den Anfängen bis zum Ende des 7. Jahrhunderts. Der erste Teil der Arbeit widmet sich der philologischen Analyse und Typisierung westlicher Konzilsakten. Die Kenntnis der Struktur der Akten und der ihnen zugrundeliegenden formalen Gesetzmäßigkeiten ist eine wichtige Voraussetzung, um diese auf ihre Aussagen über Ablauf und Organisation der Konzilien hin befragen zu können. Darüber hinaus werden Entstehungsprozess und Überlieferung kurz charakterisiert. Aufgabe des zweiten Teils ist zunächst die nach den Regionen Spanien, Gallien, Nordafrika und Rom/Italien getrennte Darstellung des äußeren Ablaufs und der verfahrenstechnischen Elemente der westlichen Synoden von der Einberufung der Synode bis zu ihrem Abschluss. Neben der Klassifizierung der Synoden und ihrer Protokolle sowie der Frage nach Termin- und Ortswahl werden die Teilnehmer und ihre Funktionen untersucht und die einzelnen Stationen des synodalen modus procedendi nachgezeichnet. Ebenso wird in diesem zweiten Teil die Autoritätsbegründung synodaler Entscheidungen untersucht, d. h. es wird gefragt, auf welchen Grundlagen die von den Synoden für ihre Entscheidungen beanspruchte Verbindlichkeit beruht. Im dritten Teil werden abschließend die innerhalb der regionalen Einteilung gewonnenen Einzelbeobachtungen zusammengeführt, um so zu einer Gesamtschau der verfahrenstechnischen Konzeption der spätantiken Synoden des Westens zu gelangen.

2010
4
Bernd Isele

Die beiden Städte Alexandria und Konstantinopel wurden im 4. Jh. n. Chr., wie viele andere Metropolen des Römischen Reiches, von tiefgreifenden Unruhen erschüttert. Rivalisierende christliche Gruppen stritten um das lokale Machtgefüge, insbesondere um den Besitz der neu entstehenden christlichen Topographie. Diese gewaltsamen Auseinandersetzungen, etwa um die Apostelkirche, die Hagia Eirene, die Theonaskirche oder die Kirche im Kaisareion, hatten Auswirkungen auf viele Bereiche des städtischen Lebens. Denn die Gebetshäuser, die Konflikte und die Städte selbst begannen sich zu verändern, wo immer ,Kampf' und ,Kirche' aufeinanderstießen. Die vorliegende Studie widmet sich dem ,Kampf um Kirchen' und seinen Folgen: der zunehmenden Christianisierung der Städte, der Sakralisierung von Kirchengebäuden und einer neuen Form von religiöser Gewalt.

2010
3
Christine Mühlenkamp

Die Arbeit untersucht Abgrenzungsstrategien der Christen gegen die pagane Gesellschaft in vorkonstantinischer Zeit. Dabei geht es nicht um Fragen der christlichen Doktrin, sondern um eine unterscheidend christliche Lebensführung. Gefragt wird nach dem Verlauf der Grenze zum Heidentum sowie nach der Verbindlichkeit, welche dieser Grenze aus christlicher Sicht jeweils zugeschrieben wird.

2008
1
Andreas Weckwerth

Die altkirchlichen Synoden sind grundlegend für die Herausbildung des Kirchenrechts. Am Beispiel der Kanones des ersten Toletanums (400), die zusammen mit den Beschlüssen der Synoden von Elvira und Arles eines der frühesten Dokumente des abendländischen Synodalrechts darstellen, wird ein Einblick in die frühe Genese des westlichen Kirchenrechts und in verschiedene Bereiche kirchlichen Lebens am Beginn des 5. Jahrhunderts gegeben. Im ersten Teil werden die Kanones in die altchristliche Rechtsgeschichte und die Kirchengeschichte Spaniens eingeordnet. Im Mittelpunkt stehen Aufbau und Form antiker lateinischer Konzilsakten, Synodalkanones und deren antiker Vorbilder, so daß ein vertieftes Verständnis für die strukturellen Besonderheiten der Akten des ersten Toletanums gewonnen wird. Der Kommentar, der Hauptteil der Arbeit, widmet sich der historisch-philologischen Analyse der Constitutio des ersten Toletanums (400), die aus einem Prolog, 20 Kanones und Unterschriftenliste besteht. An die Übersetzung der Texte schließt sich die Klärung syntaktischer und semantischer Probleme an. Daraufhin erfolgt nach Darlegung der Grundintention des jeweiligen Kanons dessen Einordnung in den rechtshistorischen Kontext. Im Blickfeld der Kanones stehen neben Bestimmungen für den Jungfrauenstand und die Liturgie vor allem klerikerrechtliche Beschlüsse. Im beschließenden dritten Teil werden die wichtigsten Beobachtungen und Erkenntnisse zusammengefaßt.

2004